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Der heutige Siebenschläfer-Tag verspricht Geniales!

Schon als Kind habe ich dem 27. Juni immer gespannt wie ein Bogen entgegen geschaut.

Dies jedoch nicht nur, weil an diesem Datum meine liebe Schwester Geburtstag hat und ich wissen wollte, was sie für tolle Geschenke erhalten würde, sondern weil ich wissen wollte, wie das Wetter die kommenden sieben Wochen werden würde.

Denn kurz nach dem Wiegefest meines Schwesterherzchens und dem Siebenschläfer-Tag begannen die Sommerferien und ich wünschte mir dafür natürlich nichts anderes als herrlich schönes Badewetter.

 

Der 27.Juni ist also der Siebenschläfer-Tag. Aber was bedeutet das?

 

Dieser Tag hat wider Erwartens herzlich wenig mit dem nachtaktiven Nagetier am Hut, sondern mit dem Wetter. In vielen alten Bauernregeln ist der heutige Donnerstag nämlich ein sehr entscheidender, da sich laut ihnen die Witterung, welche am 27.Juni herrscht, sieben Wochen lang halten wird. 

 

Ich habe für euch einige der vielen Bauernregeln rund um den Siebenschläfer-Tag zusammengestellt:

 

"Das Wetter am Siebenschläfertag noch sieben Wochen bleiben mag."

 

"Scheint am Siebenschläfer die Sonne, gibt es sieben Wochen Wonne."

 

"Ist der Siebenschläfer nass, regnet es ohne Unterlass."

 

"Werden die 7 Schläfer nass, regnet es noch lange Fass um Fass."

 

Der Name stammt aus der Legende der Sieben Schläfer von Ephesus:

 

Nach dieser christlich-muslimischen Legende lehnten sich sieben Diener gegen ihren Fürsten, der sich als Gott feiern liess, auf. Nachdem er sich über eine Fliege in seinem Essen tierisch aufgeregt hatte, hinterfragten sie seine göttliche Glaubwürdigkeit, da sich ihrer Meinung nach, Gott über eine Fliege nicht so echauffieren würde. 

 

Daraufhin liessen sie sich zu ihrem eigenen Schutz von einem Hirten in eine versteckte Höhle bringen, wo sie in einen Tiefschlaf verfielen. Leider fand der Fürst die Höhle und liess sie von aussen vermauern. Die sieben Schläfer starben jedoch nicht, sondern erwachten ca. 200 Jahre später wieder auf. Da die Mauern ihres Gefängnisses durch die vielen vergangenen Jahre morsch waren, konnten sie sich befreien. 

 

Einer der Sieben begab sich ins Dorf um Essen zu holen. Er erkannte es aber nicht wieder, da es sich in den zwei Jahrhunderten erheblich verändert hatte. Als er mit einer alten Münze Brot kaufen wollte, wurde er zum König gebracht. Er erzählte diesem seine Geschichte und brachte ihn zum Beweis zur Höhle, welche nun aber wieder vermauert war und die Schläfer waren nun entgültig auf dem Weg ins ewige Paradies. 

 

Diese Legende steht im Christentum für die Auferstehung, das Leben nach dem Tod und das ewige Leben. 

 

Wie glaubwürdig ist nun der Siebenschläfer-Tag?

 

Die offiziellen Statistiken sind unglaublich. Anscheinend hat das Wetter des 27. Junis in den letzten Jahren in 80% der Fälle wirklich mehrheitlich sieben Wochen lang gehalten. 

 

Meine eigene Statistik, die ich seit meiner frühen Kindheit im Gedächtsnis trage, besagt dasselbe. Es ist wirklich unglaublich, wie oft diese Bauerregel recht behält. 

 

Aus diesem Grund freue ich mich jedes Jahr auf diesen Tag in der Hoffnung, er möge in seiner vollen Sonnenpracht erstrahlen.

 

Und dieses Jahr sieht es ja wieder wahnsinnig gut aus. Schauen wir also gemeinsam einem sonnig heissen Sommer entgegen :)...

 

Glaubt ihr an den Wahrheitsgehalt von Bauernregeln?

 

Einen sonnigen Siebenschläfer wünscht euch

Eure Kate

Goethes Gedicht zum Siebenschläfer (1814-1836)

 

Siebenschläfer

 

Sechs Begünstigte des Hofes

Fliehen vor des Kaisers Grimme,

Der als Gott sich läßt verehren,

Doch als Gott sich nicht bewähret;

Denn ihn hindert eine Fliege,

Guter Bissen sich zu freuen.

Seine Diener scheuchen wedelnd,

Nicht verjagen sie die Fliege.

Sie umschwärmt ihn, sticht und irret

Und verwirrt die ganze Tafel,

Kehret wieder wie des häm'schen

Fliegengottes Abgesandter.

"Nun," so sagen sich die Knaben,

"Sollt' ein Flieglein Gott verhindern?

Sollt ein Gott auch trinken, speisen,

Wie wir andern? Nein, der Eine,

Der die Sonn erschuf, den Mond auch,

Und der Sterne Glut uns wölbte,

Dieser ist's, wir flieh'n!" Die zarten

Leichtbeschuht-beputzten Knaben

Nimmt ein Schäfer auf, verbirgt sie

Und sich selbst in Felsenhöhle.

Schäfershund, er will nicht weichen,

Weggescheucht, den Fuß zerschmettert,

Drängt er sich an seinen Herren,

Und gesellt sich zum Verborgnen,

Zu den Lieblingen des Schlafes.

 

Und der Fürst, dem sie entflohen,

Liebentrüstet, sinnt auf Strafen,

Weiset ab so Schwert als Feuer:

In die Höhle sie mit Ziegeln

Und mit Kalk sie läßt vermauern.

 

Aber jene schlafen immer,

Und der Engel, ihr Beschützer,

Sagt vor Gottes Thron berichtend:

"So zur Rechten, so zur Linken

Hab ich immer sie gewendet,

Daß die schönen jungen Glieder

Nicht des Moders Qualm verletze.

Spalten riß ich in die Felsen,

Daß die Sonne, steigend, sinkend,

Junge Wangen frisch erneute:

Und so liegen sie beseligt. 

Auch, auf heilen Vorderpfoten,

Schläft das Hündlein süßen Schlummer."

 

Jahre fliehen, Jahre kommen,

Wachen endlich auf die Knaben,

Und die Mauer, die vermorschte,

Altershalben ist gefallen.

Und Jamblika sagt, der Schöne,

Ausgebildete vor allen,

Als der Schäfer fürchtend zaudert:

"Lauf' ich hin! und hol' euch Speise,

Leben wag' ich und das Goldstück!"

Ephesus, gar manches Jahr schon,

Ehrt die Lehre des Propheten

Jesus. Friede sei dem Guten!

 

Und er lief, da war der Tore

Wart' und Turn und alles anders.

Doch zum nächsten Bäckerladen.

Wandt er sich nach Brot in Eile.

"Schelm!" so rief der Bäcker, "hast du,

Jüngling, einen Schatz gefunden!

Gib mir, dich verrät das Goldstück,

Mir die Hälfte zum Versöhnen!"

 

Und sie hadern. Vor den König

Kommt der Handel; auch der König

Will nun teilen wie der Bäcker.

 

Nun betätigt sich das Wunder

Nach und nach aus hundert Zeichen.

An dem selbsterbauten Palast

Weiß er sich sein Recht zu sichern;

Denn ein Pfeiler, durchgegraben,

Führt zu scharfbenamsten Schätzen.

Gleich versammeln sich Geschlechter,

Ihre Sippschaft zu beweisen,

Und als Ururvater prangend

Steht Jamblika's Jugendfülle.

Wie von Ahnherrn hört er sprechen

Hier von seinem Sohn und Enkeln.

Der Urenkel Schar umgibt ihn,

Als ein Volk von tapfern Männern,

Ihn, den jüngsten, zu verehren.

Und ein Merkmal über's andre

Dringt sich auf, Beweis vollendend;

Sich und den Gefährten hat er

Die Persönlichkeit bestätigt.

 

Nun zur Höhle kehrt er wieder,

Volk und König ihn geleiten. 

Nicht zum König, nicht zum Volke

Kehrt der Auserwählte wieder;

Denn die Sieben, die von lang her,

Achte waren's mit dem Hunde,

Sich von aller Welt gesondert,

Gabriels geheim Vermögen

Hat, gemäß dem Willen Gottes,

Sie dem Paradies geeignet,

Und die Höhle schien vermauert.

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